Betha, Ernst: Die Erde und unsere Ahnen - Ursprung, Ursitze und Urgeschichte der 9 indogermanischen Stämme
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Aus Quellen der Edda, der Bibel, arabischen Überlieferungen und zahlreichen regionalen Sagen, insbesondere des Harzgebietes, erklärt Autor Ernst Betha kurzerhand die gesamte überlieferte Geschichte aus Antike und Frühgeschichte für falsch dargestellt und entwirft das Bild eines in Nordeuropa angesiedelten prähistorischen Reiches, in dem sich sowohl die Geschichten der Edda, als auch die der Bibel abgespielt haben sollen. Im Kern geht es in seiner Darstellung des Ursprungs, Ursitzes und der Urgeschichte der neun indogermanischen Stämme" darum, daß sowohl Bibel als auch Edda von denselben, in Nordeuropa lebenden Protagonisten berichten, bei denen es sich teilweise sogar um Riesen oder andere ausgestorbene Kreaturen gehandelt habe. Nicht nur das Ur-Christentum stamme zudem aus Nordeuropa, sondern auch die Kreuzigung Christi wurde im Gebiet des heutigen Harzes vollzogen, und zwar im heutigen Goslar.
Trotz der offensichtlichen Abwegigkeiten und der reichhaltigen Phantasie des Autors ist das im Jahre 1913, ein Jahr vor Ausbruch des Ersten Weltkrieges, in Deutschland erschienene Buch in zweierlei Hinsicht für die Nachwelt von Interesse: Zum einen ist es ein - zugegebenermaßen besonders drastisches - Beispiel für die in der damaligen Zeit weit verbreitete Literatur, in denen der Versuch unternommen wurde, neue wissenschaftliche Erkenntnisse in ein romantisierendes und esoterisches Weltbild einzufügen. Zum anderen enthält es dennoch einige interessante Erkenntnisse. So findet sich hier einerseits eine sehr frühe Einstufung von Jesus als germanisch", andererseits auch die wohl früheste Bezeichnung Helgolands als Überrest von Atlantis.
Ebenfalls erstaunlich mutet die frühe Erwähnung eines Volksstammes der Hunen an. Der Forscher Otto Klaus Schmich hat diesen auch durch den Forscher J.O. Plassmann erwähnten Hunen, die in Westfalen und Niedersachen nachweisbar sind, ein Buch gewidmet, in dem er diese Ansicht Bethas stützt ohne Bethas folgende Ausführung zu kennen: Mit den ‚Hunnen' der Völkerwanderung sind die Hünen alias Jöten gemeint, deren Heimat einst Nod und Jütland war, und die dann am Nile und in Italien lebten und — in den Norden zurückgekehrt — Weltherrscher und Tyrannen waren, bis sie untergingen."
Bemerkenswert, wenn auch von der Forschung abgelehnt, sind ferner die Behauptungen des Autors, daß mit der Bezeichnung Israel ursprünglich ein iranischer Stamm gemeint war, sowie die Lokalisierung der Nibelungen-Heimat auf Helgoland.
448 Seiten, zahlreiche Abbildungen, Nachdruck der ungekürzten 1. Auflage von 1913, neu gesetzt in moderner Schrift, Broschur