Produktbeschreibung
Der US-Veteran Merrit Drucker war von 1987 bis 1990 in Rheinberg als Major der US-Armee stationiert und hatte während dieser Zeit von einem deutschen Bekannten von Leben und Sterben der deutschen Kriegsgefangenen in dem Lager Rheinberg von April 1945 bis Juni 1945 erfahren.
Gemeinsam mit Alfred Zips suchte Drucker nach Überlebenden und Zeitzeugen der sogen. Rheinwiesenlager" (s. J. Bacque, Der geplante Tod"). Das Ergebnis war überwältigend. Es erreichten sie ca. 80 Berichte, in der Mehrzahl ergänzt durch umfangreiche Tagebuchaufzeichnungen und in Buchform gefaßte Lebenserinnerungen an die Zeit in US/französischer Kriegsgefangenschaft. Die überwiegend erschütternden Berichte über Leiden, Folter und Sterben in dieser Zeit wurden von v. Heydebrand übersetzt und zu Merrit Drucker nach Washington gesandt. Dessen Reaktion war zunächst Bestürzung, fand er doch nach seinen intensiven Recherchen in den Archiven der US-Armee keinerlei Hinweise auf diese Kriegsverbrechen. Er beschloß zunächst, jedem einzelnen der Zeitzeugen einen persönlichen Entschuldigungsbrief (Apology Letter) zu schreiben. In diesem Brief bat er in bewegenden Worten in seinem und im Namen der US-Armee um Verzeihung für die an den deutschen Kriegsgefangenen begangenen Vergehen und Verbrechen. Sein mehrfacher Appell an die US-Regierung, das Gleiche zu tun, blieb natürlich, wie zu erwarten, ohne Antwort.
Nachdem ein Zeitzeuge über die Ermordung von neun 16jährigen Hitlerjungen und fünf Soldaten der Wehrmacht per Genickschuß am 19. April 1945 in dem Dörfchen Treseburg/Thale im Harz berichtet hatte, beschloß Merrit Drucker, an der feierlichen Einweihung der Gedenktafel zur Erinnerung an diese Toten durch den Bürgermeister der Stadt Thale am 8. Juni 2012 teilzunehmen. Die feierliche Zeremonie, eingerahmt von einem Trompeter mit Ich bete an die Macht der Liebe" zu Beginn und dem Lied vom guten Kameraden" am Ende, begleitet von Ansprachen der beiden kath./evang. Pfarrer und dem Bürgermeister der Stadt Thale, Thomas Balcerowski, sowie einem der beiden Augenzeugen der Mordtat, dem damals siebenjährigen Herm Röser aus Treseburg, hielt Merrit Drucker eine bewegende Rede. Sie wurde von den Anwesenden, darunter drei noch lebende Geschwister eines der ermordeten Hitlerjungen, mit Rührung und Dankbarkeit entgegengenommen.
32 Seiten, durchgehend farbig, Fotos, Broschur